Ein Terrassendach macht den Freisitz deutlich komfortabler

Die Geschichte der Terrasse für das private Wohnhaus reicht bis ins antike Rom zurück. Zuvor wurden gestufte Freisitze bereits bei den Palästen gebaut. Eine frühe Form der Terrassenüberdachungen waren die Wandelgänge an Schlössern, Burgen und Klöstern. Einer der ersten Vertreter der Terrassendächer nach dem heutigen Verständnis waren die umlaufenden oder zumindest frontseitigen Freisitze an den Ranchhäusern in den Südstaaten der USA. Sie dienen auch heute noch als Freizeitbereich, von dem aus gut geschützt eine Beobachtung der Herden möglich ist.

Wie hat sich das Terrassendach im Laufe der Zeit verändert?

Bei den Häusern, der Farmer dachten und denken die Bauherren sehr praktisch. Sie besitzen in der Regel im Obergeschoss einen umlaufenden Balkon, dessen Boden gleichzeitig als Terrassendach dient. Das wichtigste Material waren Holzbohlen. Die historischen Varianten hatten allerdings den Nachteil, dass es bei einem kräftigen Regenschauer gelegentlich durch die Ritzen zwischen den Brettern tropfte. Dieser Nachteil wird heute bei der gleichen Bauweise durch mehrere Bretterlagen und eine dazwischen befindliche Folienabdichtung komplett vermieden.

Solche „schweren“ Konstruktionen werden in Deutschland auch im 21. Jahrhundert beispielsweise im Alpenvorland noch verwendet. Besonders häufig sind sie bei Beherbergungsbetrieben und bei Gastronomiebetrieben anzutreffen. Dort ist auch eine Abwandlung gut vertreten. Dabei handelt es sich um das frei stehende Terrassendach aus Echtholz, mit welchem Teile der Freisitze und Biergärten vor Sonne und Regen geschützt werden. Terrassendächer aus Echtholz mit Folienabdichtungen haben aber nach wie vor einen kleinen Nachteil. Sie blockieren nicht nur die Wärmestrahlung der Sonne, sondern lassen auch die Lichtstrahlung nicht durch.

Welche Materialien dominieren die Terrassendächer heute?

Das Material der ersten Wahl für das Terrassendach ist Sicherheitsglas. Dafür steht auch Solarglas zur Verfügung. Diese Glasvariante hat den Vorteil, dass sie die Wärmestrahlung nicht per se komplett blockieren muss. Wer sich eine Steuerung nach der Intensität der Sonnenstrahlung wünscht, kann zu fototrophem Sicherheitsglas greifen. Dieses Solarglas gibt es in verschiedenen Farben, wobei sich vor allem die braunen und blauen Tönungen großer Beliebtheit erfreuen. Sämtliche Varianten sind lichtdurchlässig, sodass die Räume, die an die Terrasse angrenzen, nicht unnötig verdunkelt werden.

Besonders beliebt ist das gläserne Terrassendach bei stufenförmig gestalteten Mehrfamilienhäusern sowie Terrassen, die beispielsweise auf dem Dach von Garagen oder Anbauten eingerichtet werden. Dort haben die Glasdächer den Vorteil, dass sie im Vergleich zu den Terrassendächern aus Echtholz deutlich leichter sind. Dadurch können auch filigrane Trägerkonstruktionen zum Einsatz kommen. Sind die zu überdachenden Flächen nicht allzu groß, kann die Terrassenüberdachung sogar nur an der Fassade des Hauses befestigt werden. Das Glasdach ist vollständig wasserdicht. Dennoch darf eine gute Folienabdichtung beim Boden einer Dachterrasse zum Schutz der Räume darunter nicht fehlen. Der Grund dafür ist, dass der Wind sowohl Regen als auch Schnee bis unter die Überdachung wehen kann.

Kunststoff ist als preiswerte Alternative sehr beliebt

Viele Hausbesitzer greifen zur Terrassenüberdachung aus Kunststoff. Sie bringt zwei entscheidende Vorteile mit. Die Kunststoffversionen sind die preiswertesten Terrassendächer überhaupt. Das Material ist extrem leicht. Deshalb wird es überall dort bevorzugt, wo es keine Möglichkeit zur Aufstellung von Stützelementen mit Punktfundament gibt. Auch bei Dachterrassen kommen Kunststoffmodelle oft zum Einsatz, weil die Stützsysteme keine langen Verschraubungen benötigen, von denen eine im Boden vorhandene Folienabdichtung beschädigt werden könnte. Die Stützen für die Kunststoffterrassendächer können im einfachsten Fall an der Absturzsicherung des Freisitzes verankert werden.

Außerdem stehen verschiedene Varianten zur Auswahl. Kunststoff kann in vollständig durchsichtigen Platten nach dem Vorbild von Sicherheitsglas gestaltet werden. Diese Version wird im Volksmund auch Plexiglas genannt. Ebenso häufig sind Kunststoffplatten aus einzelnen Hohllamellen anzutreffen. Sie sind nicht vollständig durchsichtig, lassen aber das Licht der Sonne durch. Die Hohlräume in den Lamellen bilden einen thermischen Puffer, der eine Aufheizung des Bereichs darunter nach einem ähnlichen Prinzip wie das Doppelfenster verhindert. Ein Vorteil gegenüber dem Solarglas ist die Tatsache, dass dafür keine farbige Tönung benötigt wird.

Allerdings schneidet das Terrassendach aus Kunststoff im Vergleich zu allen Varianten (mit Ausnahme der Markisen als Leichtbau-Terrassendächer) beim Durchschlagswiderstand am schlechtesten ab. Wer in Regionen wohnt, in denen es häufig hagelt, sollte deshalb besser nicht zu einem Kunststoffterrassendach greifen. Das ist ein Grund, warum auch heute noch die Balkon-Terrassendach-Kombination aus Echtholz vor allem in den Randlagen der Gebirge bevorzugt wird.

Unbedingt auf die maximale Belastbarkeit der Terrassendächer achten!

Ein wichtiges Auswahlkriterium ist die maximale Schneelast. Darauf wirken sich sowohl die Materialien der Dachfläche als auch die Tragkraft der Stützsysteme aus. Handelsüblich sind Versionen, bei denen die maximale Schneelast zwischen 25 und 200 Kilogramm pro Quadratmeter liegt. Echtholzdächer mit Folienabdichtung und das Terrassendach aus Metall schneiden hier am besten ab. Wichtig ist es, bei der Bemessung der Schneelast nicht nur die langjährigen Durchschnittswerte zu beachten. Wer keine Schäden riskieren möchte, wirft einen Blick auf die Spitzenwerte der letzten Jahrzehnte. Daraus ergeben sich erhebliche regionale Unterschiede. Zusätzlich gilt eine Faustregel: Je geringer der Neigungswinkel der Terrassenüberdachung ist, desto größer muss die maximale Schneelast gewählt werden.

Der Neigungswinkel hängt von mehreren Faktoren ab. Bei der Variante Balkon-Terrassendach kommt überhaupt kein Neigungswinkel zum Tragen. Bei den anderen Arten des Aufbaus spielen die Durchgangshöhe und der zwischen den Türen und Fenstern im Erdgeschoss und denen im ersten Obergeschoss vorhandene Platz eine wichtige Rolle. Die minimale Durchgangshöhe sollte bei 1,90 Metern liegen. Wesentlich mehr Komfort und Sicherheit bieten jedoch Terrassendächer mit einer Durchgangshöhe von mehr als zwei Metern.

Kleine Extras für mehr Komfort auf der Terrasse

Wer nicht möchte, dass den Nutzern der Terrasse ablaufendes Regenwasser an die Beine klatscht, sollte das Terrassendach mit einer Regenrinne und einem Abflussrohr versehen lassen. Das Wasser wird am besten in einer schicken Regenwassertonne gesammelt, damit es zum Blumengießen verwendet werden kann. Diese Zusatzausstattung spart Wasserkosten und reduziert zusätzlich die Gefahr einer Unterspülung, von welcher die Stabilität und Tragfähigkeit des Terrassenbodens beeinträchtigt wird.

Ein nützliches Extra sind Laufschienen oder Haken zum Einhängen von senkrechten Sonnensegeln an den Seiten sowie an der Front. Alternativ können an den Seiten faltbare oder verschiebbare Glas- oder Kunststoffpaneele angebracht werden. Sie dienen vor allem als Wetterschutz gegen Wind und Regen. Außerdem dämpfen sie die Geräuschemissionen, was wiederum verhindert, dass sich die Nachbarn von einer kleinen Terrassenparty gestört fühlen.