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Löschwasserteich

Der Feuerwehrlöschteich bietet nützliche Reserven

Trinkwasser ist eine wertvolle Ressource, die nicht zum Löschen von Bränden verschwendet werden sollte. Es gilt als das für den Menschen bedeutendste Lebensmittel und erfordert einen enormen Aufwand bei der Aufbereitung, da sämtliche Keime, Schmutzpartikel und Giftstoffe daraus entfernt werden müssen. Da Trinkwasser auch für viele andere Zwecke (Hygiene, Wäschewaschen, Toilettenspülung) verwendet wird, liegt der Verbrauch in Deutschland bei 35 bis 50 Kubikmetern pro Person und Jahr. Deshalb ist es eine gute Sache, dass es vielerorts kostengünstig mit Folienabdichtungen angelegte Feuerwehrlöschteiche gibt, deren gesammeltes Regenwasser zur Brandbekämpfung eingesetzt werden kann.

Löschwasserzisterne vs. Feuerlöschteich

Wird das Wasser für die Verwendung zur Brandbekämpfung in einem komplett geschlossenen Raum gesammelt, wird von einer Löschwasserzisterne gesprochen. Sie hat mehrere Nachteile. Eine Löschwasserzisterne erfordert hohe Baukosten und andererseits muss manuell aufgefüllt werden. Viele Feuerwehren im ländlichen Raum nutzten deshalb schon frühzeitig Brunnen für die Befüllung ihrer Wasserwagen. Ein Feuerwehrlöschteich mit einer Folienabdichtung gegen eindringendes Grundwasser ist dagegen ein ideales Hilfsmittel, um Regenwasser für den Fall eines Brandes zu sammeln.

Die historische Entstehung der Feuerwehrlöschteiche war der Tatsache geschuldet, dass es vielerorts noch keine kontinuierliche Wasserversorgung gab. Deshalb hatten die Bürger die Pflicht, sich bei einem Brand mit Eimern an den Löschweihern einzufinden. Heute werden die Feuerlöschteiche genutzt, um die von der Wasserversorgung bereitgestellten Volumina beispielsweise bei Großbränden in Industrieanlagen zu ergänzen und so eine schnellere und effizientere Brandbekämpfung zu ermöglichen.

Warum haben Folienabdichtungen die Feuerwehrlöschteiche revolutioniert?

Früher wurde vor allem Grundwasser in den Löschweihern gesammelt. Alternativ wurde das Wasser von Bächen gestaut. Letzteres führte zu einer erheblichen Verschlammung der Löschteiche. Der Eintrag von Grundwasser ging vor allem in den Sommermonaten mit einer hohen Algenbelastung einher. Bei der Wasserentnahme mit Eimern war die davon ausgehende Beeinträchtigung noch gering. Das änderte sich mit dem Einsatz leistungsstarker Pumpen bei den Feuerwehren. Deren Leistung reduziert sich durch solche Verunreinigungen erheblich. Das kann sogar bis zum Komplettversagen führen. Auch die moderne Technik der Wasserwagen wird davon geschädigt. Um eine durchgehende Funktionsfähigkeit zu garantieren, wurden gesetzliche Mindestanforderungen an Feuerwehrlöschteiche etabliert. Sie sind der Hauptgrund, warum heute die Löschteiche mit einer Folienabdichtung und Filtersystemen an den Wasserzuführungen versehen werden.

Sind Feuerwehrlöschteiche im 21. Jahrhundert überhaupt noch notwendig?

In der Regel beziehen die Feuerwehren das Löschwasser heute aus den Hydranten. Doch ihre Deckung kann stellenweise nicht ausreichen. Häufig wird der Bau von Löschteichen notwendig, um Beeinträchtigungen der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung bei umfangreichen Löscharbeiten zu vermeiden. Ein Feuerwehrlöschteich wird außerdem erforderlich, wenn der nächste Hydrant mehr als 300 Meter von einem Objekt entfernt ist oder sich zwischen dem Gebäude und dem nächstgelegenen Hydranten Hindernisse wie Bahnlinien oder Autobahnen befinden.

Richtwerte zur notwendigen Löschwasserversorgung ergeben sich aus den Arbeitsblättern W 331 und W 405 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs, die gemeinsam mit den Spezialisten der Feuerwehren erarbeitet wurden. Für die Realisierung dieser Vorschriften sind die Kommunen zuständig, die ihrerseits über die lokalen Brandschutzbehörden wiederum die Betreiber von besonders brandgefährdeten Betrieben zur Einrichtung von Feuerwehrlöschteichen verpflichten können. Diese Zuständigkeiten ergeben sich in Deutschland aus den Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetzen der einzelnen Bundesländer. Hinzu kommen Vorschriften in den Landesbauordnungen.

Welche Anforderungen muss ein Feuerwehrlöschteich erfüllen?

In der Bundesrepublik Deutschland werden als Feuerwehrlöschteich nur künstlich angelegte Gewässer anerkannt, die ausschließlich sauberes Wasser enthalten. Allein schon das schließt einen Kontakt mit Grundwasser aus und macht die Verwendung einer Folienabdichtung notwendig. Die gesetzlichen Vorschriften schließen eine Anlage als Zierteich nicht aus. Diese Angabe ist der dafür geltenden DIN 14210 zu entnehmen.

Allerdings muss ein Löschteich durchgängig ein Wasservolumen von mindestens 1.000 Kubikmetern vorhalten. Er darf nur dann von Regenwasser gespeist werden, wenn dieses durch einen Sandfang geleitet wird. Als Feuerwehrlöschteich werden nur die künstlich angelegten Seen anerkannt, die über eine befestigte Zufahrt verfügen. Die Entnahme des Wassers kann wahlweise über einen Saugschacht oder ein Saugrohr erfolgen. Sie dürfen keine Verbindung zu fließenden Gewässern haben und müssen mit einer mindestens 1,25 Meter hohen Einfriedung versehen sein.

Scheiden dadurch Swimmingpools als Löschwasservorrat aus?

Ein Swimmingpool müsste ziemlich groß sein, um als Feuerwehrlöschteich offiziell anerkannt zu werden. Bei einer üblichen Wassertiefe von zwei Metern in einem Schwimmerbecken müsste der Pool eine Nutzfläche von 10 x 50 Metern haben, um die Anforderungen der DIN 14210 zu erfüllen. Das trifft zwar bei vielen öffentlichen Freibädern zu, aber ihnen wird die Anerkennung als Löschteich allein schon deshalb verweigert, weil die Becken im Winterhalbjahr üblicherweise geleert werden. Damit können die Kommunen ihre Verpflichtung zur Vorhaltung ausreichender Löschwasserreserven also in der Regel nicht erfüllen.

Das heißt allerdings nicht, dass das Poolwasser bei Bedarf nicht zum Löschen von Bränden verwendet werden kann. Es stellt sozusagen eine freiwillige Zusatzreserve dar. Von Bedeutung sind hier allerdings die im Wasser enthaltenen Chemikalien. Wer sich eine solche Zusatzreserve schaffen möchte, sollte sich deshalb statt des klassischen Pools mit Chlorzusatz für einen Schwimmteich mit Folienabdichtung und Bioklärung entscheiden.

Wo machen zusätzliche Löschwasserreserven Sinn?

Die gesetzlichen Vorschriften zu den Löschwasserreserven gelten nur für die bebauten Gebiete. Dort werden die sogenannten „erschöpflichen Reserven“ als Ergänzung der Hydranten vor allem in Regionen mit besonders brandgefährdeten Bauwerken etabliert. Das können beispielsweise Wohngebiete mit vielen Fachwerkhäusern oder anderen Holzbauten sein.

Außerdem fordern die Kommunen die Einrichtung eigener Löschwasserteiche zum Beispiel bei Unternehmen der Papier- und Holzindustrie. Für Einzelobjekte gibt es keine verbindlichen gesetzlichen Regelungen zum Mindestvolumen. Deshalb sind im Umfeld solcher Unternehmen auch kleinere Feuerwehrlöschteiche anzutreffen, die mit Folienabdichtungen sogar über dem normalen Bodenniveau angelegt werden. Die Speisung übernehmen hier in der Regel Regenwassersammelsysteme, die mit speziellen Filtern ausgestattet sind. Sie müssen jedoch mit einem Überlauf an die Kanalisation angeschlossen sein, um Überflutungen der Umgebung zu vermeiden.

Einige Kommunalverwaltungen in Deutschland haben sich aufgrund hoher Waldbrandrisiken zur Einrichtung neuer Feuerwehrlöschteiche auch außerhalb der bebauten Regionen entschlossen. Ein Beispiel findet sich in Niedersachsen. Dort wurden nach dem Flächenbrand im Sommer 1975 mehrere Löschwasserteiche neu angelegt. Außerdem wurden die vorhandenen Naturseen mit Zufahrten für Feuerwehrfahrzeuge sowie speziellen Entnahmestellen für Löschwasser versehen. Die damalige Brandkatastrophe forderte sieben Menschenleben und führte in der gesamten Bundesrepublik zu ähnlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Löschwasserversorgung bei Waldbränden.